Zeitung Heute : DRAMA

Tore tanzt.

„Frei nach einer wahren Begebenheit“. Dieser Satz im Abspann von „Tore tanzt“ verstärkt noch einmal die Übelkeit, die Katrin Gebbes bemerkenswertes Regiedebüt auslöst. Sich vorzustellen, dass die erklärte Friedlichkeit, ja Güte eines Menschen gerade das sein könnte, was grausamste Erniedrigungen, den puren Sadismus provoziert, ist einfach unerträglich. Die Leidensstudie des jungen Jesus-Freaks Tore, der zu einer zufällig kennengelernten Familie in den Schrebergarten zieht und dort zum Sklaven mutiert, ist komplex. Weil es Fragen nach der Existenz des Reinen und des Bösen, nach der Verblendung und der Konsequenz des Glaubens stellt und keine billigen psychologischen Muster als Antworten anbietet. Nur eine kleine Hoffnung: dass Tore mit seinem Martyrium nicht nur seine Seele, sondern auch zwei Menschen rettet. Erschütternd. Gunda Bartels

D 2013, 110 Min., R: Katrin Gebbe, D: Julius Feldmeier,

Sascha Alexander Gersak

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