Zeitung Heute : DRAMA

A Touch of Sin.

Es ist was faul in der Volksrepublik China. Der enthemmte Staatsturbokapitalismus gebiert wenige Gewinner und viele Verlierer. Regisseur Jia Zhangke, der 2006 mit „Still Life“ den Goldenen Löwen in Venedig gewann, interessiert sich für das Schicksal der Entrechteten und entwirft in vier lose miteinander verbundenen Episoden das düstere, bildgewaltige Panorama eines aus den Fugen geratenen Landes, dessen Geschicke im Großen wie im Kleinen von Habgier, Ausbeutung und zwischenmenschlicher Entfremdung geprägt werden. Die Art und Weise, wie sich hier ein Wanderarbeiter, ein Dorfdissident und eine Saunarezeptionistin gegen Straßenräuber, Fabrikbesitzer, korrupte Lokalpolitiker und Möchtegernvergewaltiger zur Wehr setzen, erinnert in ihrer explosiven Gewalttätigkeit durchaus an die Rachefantasien eines Quentin Tarantino, verweigert den Protagonisten aber jegliche heroische Überhöhung. Wuchtig.Jörg Wunder

VCR/J 2013, 130 Min., R: Jia Zhangke, D: Jiang Wu, Meng Li

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben