Zeitung Heute : "Dramatischer Ingenieur-Mangel": Zu wenig Elektrotechnik-Nachwuchs - Eine VDE-Studie

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Nicht nur Computer-Inder werden zur Zeit dringend gebraucht. Auch an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik herrscht in der Bundesrepublik derzeit erheblicher Mangel. Die Situation wird sich in den nächsten Jahren noch dramatisch verschärfen, sagt eine Studie des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE, t 069 / 63 08 - 0, www.vde.com). Bis 2002 wird sich laut VDE die Zahl der Hochschulabsolventen von 7500 Absolventen (für das Jahr 2000) auf 6500 reduzieren. Jährlich gebe es aber Bedarf an mindestens 13 000 Neueinstellungen. Die Ingenieurlücke gefährde Wachstum und Innovationspotenziale, warnt der VDE.

Besonders heftig betroffen sei der Mittelstand. Zwar hätten sich für das Wintersemester 1999 / 2000 mit 13 164 acht Prozent mehr Studenten in Elektro- und Informationstechnik eingeschrieben. Doch der Zuwachs reiche bei weitem nicht aus, den künftigen Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Der VDE rechnet sogar damit, dass der Mangel an ausgebildeten Kräften in Zukunft die Informatikerlücke übertreffen wird. Der VDE beklagt die schon seit Jahren bekannten Defizite im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Schulen und Hochschulen müssten zeitsparendere Ausbildungsmodelle anbieten, um international mithalten zu können.

Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik sind zunehmend in Branchen wie der Automobilindustrie, der Medizintechnik oder im Dienstleistungsbereich gefragt. Allein in der Luft- und Raumfahrtindustrie waren 1999 etwa die Hälfte der eingestellten Ingenieure Elektroingenieure und Informatiker. Im Kommen sind auch neue Berufsfelder im Dienstleistungsbereich, bei Banken und Versicherungen.

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