Zeitung Heute : Draußen im Grünen, nicht weit von der City

In dem großen Angebot von Eigenheimen in und um Berlin überzeugen einige Projekte durch gute Architektur und kurze Wege in die Stadt

Hans Pfeifer

In den vergangenen zehn Jahren sind am Berliner Stadtrand sowie im näheren und ferneren Umland die Wohnparks wie Pilze aus dem Boden geschossen. Schwerpunkte beim Neubau von Eigenheimsiedlungen waren vor allem im Südwesten die Kreise Potsdam-Mittelmark, im Nordwesten der Kreis Oberhavel sowie Barnim im Nordosten. Bei einigen Projekte waren die Bauträger glücklos. Wohnparks mit Häusern in dichter Bebauung oder stereotype Reihenhauszeilen auf abgelegenen Arealen auf der grünen Wiese wollen sich viele Eigenheiminteressenten nicht zumuten. Solche Häuser finden auch zu geringen Preisen selten Käufer.

Dagegen sind gehobenere Immobilien in attraktiveren Lagen trotz des großen Angebots mitunter immer noch vergleichsweise teuer. Doch es lohnt sich zu suchen. Denn es gibt auch die goldene Mitte: Eigenheime in Wohnparks mit einem Schuss Individualität. Diese liegen oft in der Nähe bestehender Orte. Sie liegen nicht auf der grünen Wiese ohne Infrastruktur, bieten aber dennoch viel Natur. Und liegen nicht zu weit von der Stadt entfernt, so dass die Wege in die City kurz genug sind. Einige interessante Beispiele hierfür findet man im Umland.

Am Wiesenrand: Schildow

Ebenfalls im Norden, aber nur wenige Meter hinter der Standgrenze liegt in der Gemeinde Schildow der Wohnpark „Tegeler Fließ“. Schildow, laut Aengevelt Marktresearch eine der Gemeinden mit der höchsten „Nachfrageakzeptanz“, ist eine Art Geheimtipp im Norden. Einerseits ist Schildow ein gewachsener Villenstandort, andererseits bietet die Landschaft rundum naturbelassene Wiesen, Wälder und Seen sowie ein Naturschutzgebiet. Allerdings sind die Bewohner beim öffentlichen Nahverkehr auf Busse angewiesen. Sie verbinden das Gebiet mit dem S-Bahnhof Hermsdorf oder den U-Bahnhof Pankow. Mit dem eigenen Auto erreicht man die City vom Ort Schildow aus auf direktem Wege über die Bundesstraße B 96a.

Die SWV – Schildow Wohnungsbau GmbH & Co. KG lässt das Areal überwiegend mit freistehenden Einfamilienhäusern sowie einigen Doppel- und Reihenhäusern in vorgegebene Landschaftsarchitektur bebauen. Der Preis für das Reihenhaus „Fließtal“ mit 180 Quadratmetern Wohnnutzfläche undeinem ausbaufähigem Dach beträgt 162500 Euro. Das Haus steht auf einem 161 großen Grundstück. Schlüsselfertige Einzelvillen gibt es ab 215000 Euro.

Kontakt: SWV - Schildow Wohnungsbau GmbH & Co. KG, Franz-Schmidt-Straße, Ecke Ebereschenstraße, 16552 Schildow, Telefon: (033056) 61777

Reif für die Insel: Hermannswerder

Die Halbinsel Hermannswerder liegt fast in der Potsdamer City. Nur der Templiner See trennt das idyllische Eiland mit seinem alten Baumbestand und den Streuobstwiesen von der Brandenburger Vorstadt Potsdams. Im nördlichen, Tornow genannten Teil, befindet sich auf knapp 19000 Quadratmetern die Wohnanlage „Fährwiese“ mit 36 Eigenheimen in Architektenbauweise. Der Wohnpark verfügt über einen Zugang zum Wasser, die Aussicht ist unverbaubar und trotz der Insellage sind die Wege nach Potsdam kurz. Denn in unmittelbarer Nähe der Fährwiese befindet sich die Anlegestelle der Personenfähre, die Hermannswerder mit dem gegenüberliegenden Potsdamer Ortsteil Kiewitt verbindet. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten zum Potsdamer Schlösserpark. Die Preise beginnen für ein Reihenmittelhaus mit 136 Quadratmetern Wohnfläche bei 202000 Euro. Weil die Häuser auf Erbbauland errichtet sind, muss das Grundstück nicht gekauft werden. Dafür müssen Hauskäufer einen monatlichen Erbbauzins von knapp 100 Euro zahlen.

Kontakt: Specker Bauten AG, Pohlstraße 20, 10785 Berlin, Telefon: 254440

Für Wassersportler: Werder

Auf einer Halbinsel am Stadtrand von Werder, direkt am Großen Zernsee, liegt der Wohnpark „Havel Auen“. Neben Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern soll dort ein Freizeitparadies mit künstlich angelegtem Hafen und Marina, Boutiqen, Restaurants, Cafés und griechischem Freizeitbad mit Wellness- und Fitnessbereich entstehen. Die Bewohner der Havel Auen können in unmittelbarer Nähe ihrer Grundstücke einen Bootsliegeplatz mieten oder ein Boot chartern. Die MEGA Entwicklungs- und Gewerbeansiedlungs-AG – Havel Auen Werder lässt dort durch den schwedischen Baukonzern NCC Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser errichten. Die Preise liegen zwischen 150115 Euro für ein schlüsselfertiges Reihenmittelhaus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche auf 200 Quadratmeter großem Grundstück sowie 204000 Euro für ein freistehendes Einfamilienhaus mit 118 Quadratmetern Wohnfläche auf 352 Quadratmetern Grund und Boden.

Kontakt: MEGA Entwicklungs- und Gewerbeansiedlungs-AG, Mielestraße 2, 14542 Werder (Havel), Telefon: (03327) 489.

Für Hobbyreiter: Frohnau

Eine nahezu vollkommene Synthese von Stadt und Land bietet der Wohnpark „Am Poloteich“ im nördlichen Berliner Bezirk Frohnau: noch innerhalb der Stadtgrenzen gelegen aber bereits am Rande der Stolper Heidelandschaft. Auf einer relativ großen Fläche von über 60000 Quadratmetern, das heißt mit geringer Bebauungsdichte, entstehen dort bis Ende 2004 insgesamt 136 Reihenhäuser und Doppelhaushälften im Stil der Gartenstadt Frohnau. Vor allem für Hobbyreiter ist die Anlage ideal. Bis zum Reitplatz beziehungsweise zur Reithalle sind es drei Minuten. Dank S-Bahn ist Frohnau sehr gut an die City angebunden. Die GEWOBAG bietet vier zweigeschossige Typenhäuser mit Wohnflächen zwischen 91 und 119 Quadratmetern an. Die Häuser sind durch ausbaufähige Dachgeschosse um 31 bis 44 Quadratmeter erweiterbar. Die Preise beginnen beim kleinsten Haus „Magnolia“ bei 253345 Euro. Dafür gibt es eine Wohnfläche von rund 107 Quadratmetern zuzüglich 33 Quadratmeter ausbaufähigem Dach. Das zum Haus gehörende Grundstück ist 304 Quadratmeter groß.

Kontakt: GEWOBAG, Gemeinnützige Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin, Bottroper Weg, 13507 Berlin, Telefon: (0800) 4356500.

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