Zeitung Heute : Dschibuti – eine kleine Landeskunde

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Ohne dem Land am Horn von Afrika zu nahe treten zu wollen: Dschibuti gilt als einer der unangenehmsten Orte der Welt. Unerträglich heiß, staubig, knochentrocken und dreckig ist es, es stinkt aus den offenen Abwassergräben, regelmäßig schwappen Infektionen über den Zwergstaat. Doch strategisch ist er eine Drehscheibe. Die Franzosen entließen Dschibuti zwar 1977 in die Unabhängigkeit, doch Visa erteilen noch immer sie – und ohne Geld aus Paris und 2800 Fremdenlegionäre gäbe es keine einheimische Wirtschaft. Der streng geschützte Hafen ist französisch. Die Amerikaner unterhalten einen Flugplatz, über den die Bundeswehr 1993/94 auch ihren SomaliaEinsatz abwickelte. 94 Prozent der 500000 meist jungen Bewohner sind Moslems. Die Nachbarn Somalia und Äthiopien haben sich lange um das 23000 Quadratkilometer (die Fläche Hessens) kleine Land gestritten. Seit Jahren versuchen nun die östlichen Nachbarn von der arabischen Halbinsel, mehr Einfluss zu gewinnen. Zu den problematischen Anrainern zählt auch Sudan, jener Riesenstaat, in dem einst Osama bin Laden Unterschlupf fand. rvr

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