Zeitung Heute : Dünner im Verein

Maurice Shahd

Verbraucherministerin Künast will das Übergewicht bei Kindern bekämpfen. Was muss geschehen, damit in Deutschland gesündere Kindernahrung produziert wird?

Spezielle Lebensmittel für Kinder enthalten häufig zu viel Zucker oder zu viel Fett, hat die Stiftung Warentest in einer Untersuchung herausgefunden. Grund dafür ist schlicht die Tatsache, dass die Kleinen Süßes und Saftiges mögen. Einfach weniger Zucker in die Cornflakes zu tun, geht nach Ansicht der Industrie nicht. Sind die Frühstücksflocken nicht süß genug, verlangten die Kinder eben nach den Produkten der Konkurrenz.

Den Herstellern mit Gesetzen oder Verboten die Zusammensetzung ihrer Produkte vorzuschreiben, ist keine Lösung. Das meint Verbraucherministerin Renate Künast, die mit großem Elan in den Kampf gegen das Übergewicht von Kindern gezogen ist. Um das Problem zu lösen, helfe nur vorsorgende Aufklärung. Bereits seit einigen Jahren laufen Kampagnen, mit denen der Bund Kinder, Eltern und Erzieher in Schulen und Kindergärten über das Thema Ernährung informiert. Daneben gibt es weitere Programme von Krankenkassen, Sportverbänden und Nahrungsmittelherstellern. Um all diese Aktionen besser zu koordinieren, hat Künast den Verein „Ernährung und Bewegung“ ins Leben gerufen. Am heutigen Freitag wird er offiziell gegründet. Mitglieder sind neben dem Verbraucherministerium auch die Ernährungsindustrie, die Krankenkassen oder der Sportbund. Noch offen ist, mit welchen finanziellen Mitteln der Verein ausgestattet wird, um eigene Aktionen zu starten. Fest steht aber, dass mit steigendem Gesundheitsbewusstsein der Druck auf die Hersteller zunehmen wird, mehr gesunde Lebensmittel in den Handel zu bringen.

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