Zeitung Heute : Düstere Zahlen

Daten und Fakten zu Afrika

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Afrika ist ein faszinierender Kontinent voller Gegensätze: unberührte Natur auf der einen, verslumte Großstädte auf der anderen Seite, reich an Rohstoffen und doch voller Armut

Etwa 13 Prozent der Weltbevölkerung leben in Afrika, aber mehr als 70 Prozent aller HIVInfizierten. Der Immunschwächekrankheit fallen dort nach Darstellung der Hilfsorganisation Brot für die Welt jährlich drei Millionen Menschen zum Opfer. Eine Million Afrikaner sterben jedes Jahr an Malaria.

Der afrikanische Anteil am Welthandel beläuft sich nach Angaben der Deutschen Welthungerhilfe auf knapp zwei Prozent. Weniger als ein Prozent der ausländischen Direktinvestitionen wird in Afrika ausgegeben.

Mehr als 4,6 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden in diesem Jahr gebraucht, um in Ländern wie Eritrea, Äthiopien oder Mauretanien eine Hungerkatastrophe abzuwenden. Wie die UN-Welternährungsorganisation FAO mitteilte, war im vergangenen Jahr nur rund 50 Prozent dieser Menge angenommen worden. Dürren und Kriege hätten die Lage jedoch dramatisch verschlimmert. Auch in weiteren 25 Ländern des Kontinents komme es zu Nahrungsmittelknappheit. Ein Drittel aller Kinder ist unterernährt.

Die Börsen in Johannesburg und an den anderen afrikanischen Finanzplätzen erreichen nach Angaben der Internationalen Börsenvereinigung FIBV zusammen 0,2 Prozent des weltweiten Aktienumsatzes.

Die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung verschlechtern sich. Insbesondere fällt Afrika informations- und verkehrstechnisch immer weiter zurück. Nirgendwo gibt es weniger Telefone, Computer oder Internet-Anschlüsse pro Einwohner. Südlich der Sahara sind 15 Prozent aller Straßen asphaltiert – zum Vergleich: in Nordafrika, in Lateinamerika oder Südasien sind mehr als die Hälfte der Straßen geteert.

Während das Pro-Kopf-Einkommen nach Berechnungen der Weltbank in den USA im Jahr 2001 über 34 000 US-Dollar im Jahr betrug, verdiente ein Afrikaner südlich der Sahara nur 1750 Dollar.

Im Vergleich zu den 50er Jahren muss Afrika heute mehr als doppelt so viele Rohstoffe verkaufen, um mit dem Erlös eine gleichbleibende Menge importierter Industriegüter bezahlen zu können. lha

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