Zeitung Heute : DuMont-Kunstreiseführer: Lombardei, die Seenplatte Italiens

S. E.

Die Lombardei ist fast die einzige Gegend Italiens, die keinen Küstenstreifen ihr eigen nennen kann, dafür aber einige Seen, die zu den Schönsten der ganzen Welt zu zählen sind: Der Comer See, der Lago Lugano, der Gardasee und der Lago Maggiore, um nur die Bekanntesten zu erwähnen. Jeweils ein Zipfel des Lago Lugano und des Lago Maggiore liegen auf Schweizer Gebiet, doch die Autorin des Kunstreiseführers, Lydia L. Dewiel, kümmert sich glücklicherweise nicht um diese Grenzen, führt den Leser und Betrachter auch nach Ascona, Locarno und Lugano. Jeder dieser Orte und Seen ist schon für sich eine Reise wert, doch da gibt es auch noch die Städte Mailand, Bergamo, Brescia, Pavia, Cremona und Mantua, die von der Autorin akribisch mit ihrem kunstgeschichtlichen Gehalt präsentiert werden. Dabei doziert Lydia L. Dewiel keineswegs trocken, sondern flicht so manches literarische Zitat und einige Landschaftsbeschreibungen ein, die zusätzlich von vielen Fotos und Karten ergänzt werden.

Sie vergisst auch nicht den Sehnsuchtsort der deutschen Romantiker, die Isola Bella im Lago Maggiore, eine der berühmten borromäischen Inseln, ein Blumen- und Barockparadies, allerdings auch von Besuchern arg frequentiert. Der Monte Verità und die Lebensreformbewegung bei Ascona wird leider nicht so recht gewürdigt, doch die Lombardei ist eben so reichhaltig an Kunst und Kunstgeschichten, dass für die Literaten und Philosophen eben nur wenig Platz bleibt.

Nach wie vor sind die praktischen Reiseinformationen in den DuMont-Kunstreiseführern so spärlich, dass man vielleicht vollständig auf sie verzichten sollte. Vorbildlich sind dagegen die Karten und Pläne, die dem Individualreisenden wirklich helfen.

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