Zeitung Heute : Durchschnitt nicht wichtig

Sophie Schuster studiert Physik an der Humboldt-Uni

Thorsten Wiese

Eine ernüchternde Feststellung: Sophie Schuster aus Karlshorst ist schon seit zwei Jahren von der Schule weg. Diesen Sommer schließt sie ihr Grundstudium in Physik an der Humboldt-Universität ab. Aber abgesehen von der Einschreibung an der Universität hat die 22-Jährige ihre Abiturnote noch nie gebraucht. „Einmal habe ich es kopiert, um mich zu immatrikulieren. Ansonsten habe ich das Zeugnis bislang nicht wieder hervor geholt.“ Und nach ihrem Durchschnitt hat nie jemand gefragt.

Dabei kann sich Schusters Abitur sehen lassen. Die Studentin verließ das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Friedrichshain als Jahrgangsbeste. Notendurchschnitt: 1,2. Doch die Anstrengung für das Abitur hat sich gelohnt, findet sie auch heute noch. Die Ansprüche im Studium seien sehr hoch. „Es wird viel mehr gefordert als in der Schule“, sagt Schuster. Da komme es ihr zugute, dass sie im Abitur selbstständiges Lernen geübt hat. Im Schnitt ist sie rund sechs Stunden am Tag mit ihrem Studium beschäftigt, muss etwa Übungsaufgaben in Quantenmechanik berechnen. Denn auch an der Uni gibt es Hausaufgaben. Während andere ihre Schulzeit lieber schnell vergessen, gibt sich Schuster versöhnlich. Noch heute geht sie gern zu Theateraufführungen am Heinrich-Hertz. „Die Zeit an der Schule möchte ich nicht missen.“

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