Zeitung Heute : Dynamisch und geräumig

ivd

Er ist anders als seine Konkurrenten in der gehobenen Klasse - der Renault Vel Satis, der an diesem Wochenende auf dem deutschen Markt eingeführt wird. Denn seine Karosserie bricht mit dem, was bislang in dieser Klasse die Regel ist - dem Stufenheck. Mit dem Vel Satis verwirklicht Renault eine ganz neue Idee vom großen Personenwagen. Völlig neue Proportionen tun sich da auf bei diesem 4,86 Meter langen Auto, dessen Radstand mit 2,84 gerade einmal 15 Millimeter kürzer ist als bei der neuen E-Klasse, die der Vel Satis in der Länge sogar um 20 Millimeter übertrifft. Ein respektables Auto also, dem man das allerdings nicht ansieht, wenn es frei steht und man keine Vergleichsmöglichkeit hat. Dann wirkt der Vel Satis mit seiner ungewöhnlichen Höhe von knapp 1,58 Meter geradezu kompakt.

Die neuen Proportionen sind in einem ganz neuen Design verpackt - das gilt für die eigenwillige Front mit dem zweigeteilten Kühlergrill mit den kräftigen vertikalen Streben ebenso wie für das ungewohnt kurze und hohe Stummelheck mit halbrunder Panoramascheibe. Doch der Effekt dieser Linie ist verblüffend. Denn noch nie haben wir in einer Limousine der gehobenen Klasse auf den hinteren Sitzen so viel Freiraum, so große Kopffreiheit und vor allem eine so freie Sicht nach vorn erlebt - ein Raumwunder.

Die eigenwillige Linie ist keine Optik für eine Liebe auf den ersten Blick - und auch nicht auf den zweiten. Man muss dieses Auto schon länger betrachten und vor allem mit ihm fahren, um es zu verstehen. Dabei gibt es richtige Aha-Erlebnisse. Etwa, wenn man durch die hohen Türen verblüffend bequem in den Fond einsteigt. Und lässt man dann den Blick schweifen, entdeckt man schnell die ungewohnt freie Sicht nach vorn. Denn die Rückenlehnen der vorderen Sitze sind zur Fahrzeugmitte hin abgeschrägt.

Doch neben der besonderen Optik und großzügigem Platz bietet der Vel Satis auch eine rundum exzellente Verarbeitung aller Materialien im geradezu luxuriösen Innenraum, seien es nun Stoffe, Leder, Kunststoffe, Metall oder flächig verarbeitetes Holz. Hinzu kommt der hohe Fahr- und Geräuschkomfort. Wer nicht genau hinhört, wird den Diesel unter den beiden großen V6-Motoren - daneben gibt es noch zwei Vierzylinder - kaum erkennen. Der direkt einspritzende Dreiliter-V6 mit 130 kW (177 PS), der mit Isuzu entwickelt wurde, arbeitet extrem leise und kultiviert. Und er überzeugt durch eine geradezu souveräne Kraftentfaltung, erlaubt angesichts eines Drehmoments von 350 Nm bereits bei 1850/min den Spurt auf Tempo 100 binnen 10,5 Sekunden und maximal 210 km/h und braucht trotzdem nur 8,7 l/100 km.

Und mit 177 kW (241 PS) noch kräftiger ist der 3,5-Liter-V6, den man zusammen mit dem Allianzpartner Nissan entwickelt hat und der den Vel Satis binnen 8,3 Sekunden Tempo 100 und maximal 235 km/h erreichen lässt und dafür mit 11,5 l/100 km nicht einmal besonders durstig ist. Ein Motor, der wie der große Diesel mit einer sanft schaltenden Fünfgang-Automatik kombiniert ist und sowohl zum gelassenen Gleiten auf freier Autobahn als auch zum sportlichen Umrunden von Landstraßenkurven einlädt. Und das auch noch zu durchaus attraktiven Preisen, die bei 29 500 Euro beginnen, wobei bereits die Basisversion Expression umfassend ausgestattet ist. Ein Auto, dass man unbedingt fahren muss um es zu erfassen - und dann spielt die so ungewohnte Form plötzlich nur noch eine Nebenrolle.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben