Zeitung Heute : "e/home": Intelligenter Wohnen

Kurt Sagatz

Die Vision vom intelligenten Haus hatte bislang einen entscheidenden Haken: Zumeist wurden Schlagworte wie Smart Home mit Bildern wie dem intelligenten Heim von Bill Gates verknüpft - und das ist mit Kosten von 30 Millionen Dollar sicherlich nicht für den Massenmarkt tauglich. Dabei ist die Technik für moderne Haustechnik längst vorhanden und durchaus erschwinglich. Systeme zur richtigen Klimatisierung von Wohnung oder Heim kosten nur einige Tausend Mark und regulieren schon jetzt nicht nur spektakuläre Gebäude wie den Reichstag, wie Hans Engelkamp vom Zentralverband der Elektro- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Donnerstag erläuterte. Das Potenzial zeige sich angesichts steigender Heizölkosten. Mit Hilfe der intelligenten Systeme lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 30 Prozent senken.

Utopisch, aber pragmatisch seien so auch die Wünsche der Verbraucher, wie Engelkamp anlässlich der Eröffnungspressekonferenz der ersten "e/home Kongressmesse Intelligentes Heim" sagte, die vom 9. bis zum 11. November von der Messe Berlin in Zusammenarbeit mit dem ZVEI, der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Informationstechnik (gfu), dem Bundesverband Technik des Einzelhandels und dem Münchener Kongressveranstalter ComMunic veranstaltet wird. Küchen, die sich selber reinigen, Waschmaschinen, die nur mit einem Knopf auskommen, weil die Maschine erkennt, was sich in der Trommel befindet. Das seien die Themen, die die Verbraucher interessieren, so Engelkamp.

Interessant aus Sicht des Messeveranstalters ist dabei, dass die Technik für die automatisierte Steuerung von Abläufen der Haustechnik längst nicht mehr auf Regierungs-, Verwaltungs- und Universitätsgebäude beschränkt ist, deren Technik ähnlich einem Raumschiff Enterprise ausgestattet werden kann, wie Messe-Geschäftsführer Christian Göke sagte. In der Tradition einer Funkausstellung wollen die Berliner vielmehr die nun einsetzende Marktentwicklung Richtung Endverbraucher aktiv begleiten. Schätzungen von Marktforschungsunternehmen gehen davon aus, dass der Markt für private Netzwerke von derzeit weltweit 1,2 Milliarden Mark jährlich in den nächsten vier Jahren auf 12 Milliarden Mark wachsen werde. Hinzu kommt die neue Generation von Haushaltsgeräten, die bereits fit für die Vernetzung per Hausnetz oder Internet sind. Hierfür werden 2005 weltweit 20 Milliarden Mark ausgegeben, meint zumindest der Gerätehersteller Electrolux, der den ersten Internet-Kühlschrank derzeit erprobt.

Die Kongressmesse e/home, die künftig im zweijährigen Turnus in Berlin stattfinden soll, hat sich zur Aufgabe gesetzt, die verschiedenen Stränge dieser neuen Technik zusammenzuführen. Dies wird Thema des Kongresses sein, an dem unter anderem die Vertreter von Firmen wie Siemens, Philips, Loewe, Intel, Sony, Nokia und der Telekom teilnehmen. Der Einbau der innovativen Technik in der Praxis wird in den Workshops behandelt, die sich an das Handwerk, aber auch an die Wohnungswirtschaft richten. 30 der größten Firmen im Markt für intelligentes Wohnen werden ferner ihre Exponate in einer Ausstellung im Foyer des ICC vorführen. Fachbesucher, aber auch andere Interessierte, die nur die Ausstellung besuchen wollen, erhalten freien Eintritt. Sie müssen sich allerdings zuvor im Internet anmelden.

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