Zeitung Heute : Echt getragene Promi-Dessous zu ersteigern - natürlich für einen guten Zweck! (Meinung)

bm

Das Jahrtausendende naht, und alle geben gnadenlos ihr Bestes. Für den Satiriker bedeutet das, dass er die grausamsten Scherze aussortiert, weil sie nie! veröffentlicht werden dürfen - und anderntags ganz gewöhnliche Realität sind. Der Kenner spricht von Realsatire, aber der Begriff aus der Kohl-Ära trifft nicht annähernd das aktuell existierende Grauen, wie es sich zum Beispiel in einer Berliner Zeitung manifestiert, die wir fortan nur noch BH nennen wollen. Sie bildet nämlich auf zwei Farbseiten Prominenten-Büstenhalter ab, die von ihren Besitzerinnen für einen guten Zweck (auf den kommen wir gleich noch) bemalt und gestiftet wurden. Um das Interesse ein wenig anzuheizen, versprechen rote Textbalken in einzelnen Fällen sogar, die betreffenden Stücke seien "Echt getragen" (Nina Hagen, Katja Riemann). Da brauchen wir ja, hechel, das Internet und seine Spezialitätenversender gar nicht mehr! Aber noch bemerkenswerter als dieser Fetisch-Service ist natürlich der gute Zweck: Den Erlös der Auktion kriegt, im Ernst, der Verein "Wir alle - Frauen gegen Brustkrebs". Experten versichern übrigens, dass der Film "Fight Club" gegenwärtig den Hodenkrebs zu ungeahnter Popularität führe. Dürfen wir vorsichtshalber schon mal um Til Schweigers Boxer-Shorts bitten?

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