Zeitung Heute : Echte Haie und Plüsch-Elefanten

Das Zoo-Aquarium ist mit Fütterungen und die Polizei mit Infos dabei

Matthias Lohre

Die Großmäuler erzeugen mal wieder den größten Wirbel. Selbst, wenn es sich um einen Fisch handelt. Wenn der Arapaima zur Fütterungszeit sein großes Maul öffnet und das Fressen ansaugt, entsteht ein so großer Unterdruck im Wasser, dass die Aquariums-Wände klirren. Für die Zuschauer immer wieder eine Überraschung. Dabei ist der größte Süßwasserfisch Südamerikas nur einer der vielen Stars, die in der 9. Langen Nacht des Shoppings Besucher ins Zoo-Aquarium an der Budapester Straße locken sollen. Vom Piranha bis zum zwei Meter langen Ammenhai wird alles vertreten sein.

Halbstündlich gibt es öffentliche Fütterungen: Um 19 Uhr sind die giftigen Rotfeuerfische und die Bewohner des großen Korallenbeckens an der Reihe, danach die Rochen und Makrelen im Rundumbecken. Wenn die Riesenkarpfen, Welse und Katzenhaie versorgt sind, kommen die großen Aquariumsbewohner an die Reihe. Ab 21 Uhr 30 beißen die Piranhas und die Arapaimas zu. Die Pacus kommen zur selben Stunde dran. Schluss- und Höhepunkt der öffentlichen Fütterung sind die Haie: Um 22 Uhr 30 bekommen der Teppichhai und vier Schwarzspitzenriffhaie ihr Fressen.

„Normalerweise füttern wir unsere Tiere nicht gleichzeitig“, sagt Kurator Rainer Kaiser. „Aber für die lange Shopping-Nacht machen wir immer eine Ausnahme, damit unsere Gäste alle Tiere sehen können.“ Seit zwei Jahren leitet der 45-Jährige das Aquarium, das zum Zoologischen Garten gehört.

Bis zu 200 Zuschauer finden Platz, wenn Tierpfleger ihren Schützlingen beim Schaufüttern nahe kommen. Der Aquariums-Chef will mit seinem Angebot aber auch spielerisch Wissen vermitteln: „Zwar locken wir mit Piranhas und Haien“, sagt Kaiser, „aber wir weisen auch auf anderes wie das Artensterben hin. Wir bieten nicht nur gruselige Haie, sondern überdies Erklärungen.“ Deshalb werden Zoo-Mitarbeiter den Besuchern die Eigenarten der Meeresbewohner erläutern.

Spielerisch aufklären wollen auch die Polizisten, die an diesem Wochenende wieder ihr Infomobil neben der Gedächtniskirche aufstellen. Zwischen Essensständen und Artisten bieten sie aktuelle Tipps: Beamte kennzeichnen zum Beispiel Fahrräder, die noch keine Rahmennummer haben, vor Ort mit einem Code oder geben Hinweise zum Schutz vor Taschendiebstahl. Drei bis vier Beamte stehen von Freitag bis Sonntag ab 12 Uhr bereit, um Passantenfragen rund um die alltägliche Kriminalität zu beantworten. Freitag und Samstag werden die Polizisten bis 22 Uhr Tipps geben und Broschüren verteilen, am Sonntag bis 18 Uhr.

Schon das fünfte Mal machen die Beamten bei der Langen Nacht mit. „Um häusliche Gewalt und Drogen drehen sich die meisten Fragen“, sagt Patrick Spatzker vom Polizeiabschnitt 27. Der 33-jährige Polizeioberkommissar war bislang jedes Mal dabei und wird auch an diesem Wochenende vor Ort sein.

Besonders beliebt bei den Passanten sind aber andere Uniformträger: Teddybären und Plüsch-Elefanten in Polizeiuniform, die für zwölf beziehungsweise zehn Euro verkauft werden. Der Erlös der „Polifanten“ geht an den Grünen Stern, eine gemeinnützige Einrichtung der Berliner Polizei.

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