EDITORIAL : Achtung! Klassik

Ulrich Amling

Sie ist oft überwältigend und agiert nach schwer durchschaubaren Regeln. Wer sich ihr aussetzt, dem vergehen Hören und Sehen. Doch das darf man öffentlich nicht zugeben, denn ihr Freund zu sein, gehört zum guten Ton. Aus den ambivalenten Gefühlen gegenüber klassischer Musik speist sich eine aktuell stark sprudelnde Quelle von Hilfestellungsliteratur. Ein Stargeiger beantwortet endlich die Frage „Wann darf ich klatschen?“, ein umtriebiger Maestro paukt „50 einfache Dinge, die Sie über Musik wissen sollten“ ein, während ein Kabarettist allen Ernstes seine „Vita Classica – Bekenntnisse eines Andershörenden“ veröffentlicht. Das raschelt trocken. Wer live erleben will, welche wunderbar-wundersamen Folgen eine intensive Beschäftigung mit Klassik haben kann, der muss Montmorensy hören. Der australische Wahlberliner zaubert aus seiner Liebe für Musik und Dichtung der Romantik unwiderstehliche Songarrangements: zarte Gewächse melancholischer Ironie, natürlich mit Streichern und Klavier. Nächster Termin: Montag, 26.10., 20 Uhr, Bar jeder Vernunft. Ulrich Amling

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