EDITORIAL : Also, wir haben 10

Alexandra Distler

Und trotzdem kracht’s! Um und am Richardplatz in Neukölln, im Böhmischen Dorf also, herrscht Tempo 10. Das ist verdammt schwierig einzuhalten. Wenn man es aber unbedingt versuchen möchte, dann klebt der Blick auf der Nadel der Tempoanzeige. Der Fuß auf dem Gaspedal weiß gar nicht mehr, wie er sich verhalten soll. Ja, und weil man so abgelenkt ist, fährt man dann auch mit 10 km/h den ein oder anderen Fußgänger oder Radfahrer über den Haufen. Die nämlich sind plötzlich uneinschätzbar schnell. Hinzu kommt der gefährliche, verkehrsinselartige Riesenpoller, den es zu umfahren gilt, was sich aber vor allem nächtens als schwierig erweist. Mit einem Taxi sind wir schon mal dagegengekracht, seitdem warnen wir die Fahrer immer lautstark. Meist zu Recht. Er ist nämlich so gut wie unsichtbar, mit einer Höhe von vielleicht einem halben Meter, dazu in dezentem Mausgrau gehalten. Nun gut, überfahren habe ich noch niemanden. Aber einen vernünftigen Umgang miteinander, und zwar aller Verkehrsteilnehmer, würde ich mir auch bei Tempo 10 wünschen. Alexandra Distler

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