EDITORIAL : Auf dem Weg mit Kant

Stephan-Andreas Casdorff

Wie oft kommt es vor, dass man über Straßen fährt, deren Namen nur noch für Staus oder Ampeln stehen. Gerade in diesen Tagen des Streiks. Aber eben auch genau jetzt passiert es, dass einem überraschenderweise wieder in den Sinn kommt, was der Name besagt. Oder einem sagen will. Nehmen wir die Kantstraße.

Kant! Der große Philosoph. Er war auch einer fürs richtige Leben. Sagen wir so: Alles Interesse meiner Vernunft, das spekulative wie das praktische, vereinigt sich in folgenden drei Fragen – erstens, was kann ich wissen, zweitens, was soll ich tun, drittens, was darf ich hoffen. Vor einer Umleitung kamen mir diese Gedanken in Erinnerung an Kant.

Nun meine Ableitung, ganz praktisch: Was jeder von uns wissen kann, steht in Ticket. Was man tun soll – auch. Was wir alle hoffen dürfen? Das für uns Richtige zur passenden Gelegenheit zu finden. Denn was ist der Mensch, die vierte Kant’sche Frage? Ein Wesen, das glücklich sein möchte. Sei es nur für den Moment. Im Stau. An einer Ampel. Oder mit Ticket.Stephan-Andreas Casdorff

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