EDITORIAL : Bambi als Gefahr

Das Gemälde „Unpacking my Library“ von R. B. Kitaj zeigt den Maler zwischen Umzugskisten sitzend, wie er sich beim Auspacken der geliebten Bücher in Erinnerungen verliert. Das Jüdische Museum hat das Bild als Postkartengruß zum Neujahr versandt, diesen bekam George Warburg in die Hände und fühlte sich dadurch inspiriert, seine Büchersammlung dem Jüdischen Museum in Berlin zu schenken. Seit 25 Jahren sammelt der in Deutschland aufgewachsene Amerikaner die Bücher, die vor 80 Jahren von den Nazis verfemt und verbrannt wurden. Dazu gehört Einsteins „Relativitätstheorie“ ebenso wie „Bambi“ von Felix Salten. Salten, Starjournalist mit jüdischen Wurzeln, der in zahlreichen Redaktionen in Wien und Berlin tätig war, schrieb mit „Bambi“ eher einen Coming-of-Age-Roman, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die Beziehung zwischen den Generationen. Zur niedlichen Tiergeschichte wurde das Buch erst später durch den Disney- Film. Weitere verbotene Bücher aus der Warburg-Sammlung zeigt eine Kabinettausstellung im Jüdischen Museum. Birgit Rieger

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