EDITORIAL : Bis zur letzten Pulle

Und wieder mal heißt es Abschied nehmen von einer Örtlichkeit, die mir das Leben in dieser Stadt angenehmer gemacht hat. Ich bin kein großer Kneipengänger, aber die Yuma Bar in der Neuköllner Reuterstraße hatte es mir angetan. Unaufdringliche, sorgfältig ausgewählte Musik, freundliche Betreiber, ein feines Veranstaltungsprogramm und vor allem eine spitzenmäßige Auswahl an belgischen Bieren und vorzüglich gemixten Cocktails ließen sie mir ans Herz wachsen. Jetzt ist das alles bald vorbei, weil dem Vermieter in einer für Berlin typischen Mischung aus Habgier und Ignoranz der Gedanke kam, er könne den gut (aber im Vergleich zu den Hipsterkneipen in der Weserstraße nicht überragend) laufenden Laden lukrativer betreiben lassen. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Denn nicht nur die Einrichtung, auch das Stammgastpersonal wird den Umzug in die nahe gelegene Ausweichlokalität mitmachen. Etwas Zeit bleibt aber noch: Am 15. Februar gibt es die große Abschiedssause, bis auch die letzte Pullen „Leffe Radieuse“ und „Westmalle Tripel“ weggeputzt sind (Yuma Bar, Reuterstr. 63).Jörg Wunder

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