EDITORIAL : Das kaputte Dutzend

Alexandra Distler

Es scheint einen geheimen, mir völlig unerklärlichen Mechanismus auf den Straßen Berlins zu geben. Der funktioniert folgendermaßen: ein Fernseher geht kaputt und wird auf die Straße gestellt. Natürlich ist das frech und ärgerlich, aber da steht er nun mal. Nur nicht lange alleine, denn Tags darauf sind es schon drei, dann fünf und nach exakt einer Woche steht da ein Dutzend alter Röhrenbildschirme und harrt der Dinge. Plötzlich sind dann alle weg. Das funktioniert genauso mit Matratzen, diese Woche sind es bei mir ums Eck Sofas. Heute morgen habe ich mir mal die Mühe gemacht sie zu zählen ... wieder exakt zwölf Stück. Das kann doch nicht sein, warum gehen zwölf Fernsehgeräte in dieser Straße innerhalb einer Woche kaputt? Warum wollen innerhalb anderer sieben Tage zwölf ausnahmslos hässliche Sofas entsorgt werden? Und seit wann ist Zwölf so eine magische Zahl, war das nicht mal die Dreiundzwanzig? Wundersame Dinge geschehen in dieser Stadt. Wären da nicht höhere Mächte im Spiel, könnte man sich auch einfach nur ärgern. Alexandra Distler

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