EDITORIAL : Daten und Gefühle

Berlin hat dieser Tage viel Kunst zu bieten, die sich sachte an den Rändern dessen entlang bewegt, was allgemein als Kunst wahrgenommen wird. Begleitend zum Medienkunstfestival Transmediale gibt es zum Beispiel Folgendes: Hadjijdanos Installation von umgebauten Routern in der Future Gallery visualisiert Datenströme, da flickert’s im Glasfaserkabel (Mansteinstr. 3, Schöneberg). Im DAM (Neue Jakobstr. 6/7, Mitte) wandelt der Berliner Künstler Aram Bartholl eine Umgebung aus dem Computerspiel „Counter Strike“ in ein 1:1-Betonmodell um oder performt mit Guy-Fawkes- Maske, wie sie Occupy-Aktivisten als Identitätsschutz benutzen. Manche Menschen macht diese Art von Medienkunst eher kribbelig, weil sie sich anfühlt wie Büro, Systemabsturz und Physikunterricht in einem. Irgendwie grau und zu schlau. Doch gerade dieses Unbehagen ist eine zulässige und interessante Reaktion, zeigt es doch, wie zwiespältig sich Technik und die digitale Welt im Alltag oft anfühlt. Ein Besuch bei den Parallelveranstaltungen der Transmediale sei also empfohlen. Birgit Rieger

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