EDITORIAL : Der Lockruf der Mark

Hauptstädter sind neugierig, mitunter aber auch beharrlich in ihrem Urteil. Dass seit 20 Jahren keine Mauer mehr den Insulaner vom Rest der Welt, insbesondere von seinem Umland abschneidet, mag ja noch angehen. Aber deshalb den Weg in den Märkischen Sand suchen? Ist doch alles menschenleer und kulturlos da. Ich halte mit zwei aktuellen Beispielen dagegen – und plädiere für kulturelle Hamsterfahrten aufs Land. Am 3. Juli machen die Brandenburgischen Sommerkonzerte Station in der Marienkirche zu Prenzlau. Hochklassiges Konzert trifft auf Kaffeetafel, Stadterkundung auf Chopin-Vortrag. Ein Erfolgskonzept seit 20 Jahren. Auf Wunsch mit Bustransfer sowie Kinderbetreuung (Tickets unter 01805/80 57 20). Oder mit der S-Bahn bis Zepernick an Berlins nordöstlicher Peripherie gebraust, um ein Wochenende mit neuester Musik zu erleben (1.-4. Juli). Die rührigen Randspiele ermöglichen zum 18. Mal entspannte Musikentdeckungen mit vielen Uraufführungen, etwa auf der „Soundtour“ durch Kirchen und Kneipen (Infos unter www.randspiele.de). Das Land ruft! Ulrich Amling

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