EDITORIAL : Dichtung und Narrheit

Shit happens. Das versendet sich. Der Leser hat kein Archiv. Derlei Sprüche spenden wenig Trost, falls man einen Bock geschossen hat und selbigen erst nach Redaktionsschluss oder beim Aufschlagen der Zeitung am Frühstückstisch bemerkt. Klar, kommt vor. Dennoch möchte man vor Scham im Boden versinken, wenn der eigene Name unter einem Text mit kapitalem Fehler steht. Obwohl es passieren kann, dass der Fehler charmanter ist als das beabsichtigte Original. Kürzlich erfand ich in der Filmkritik zu „Transformers 3“ unfreiwillig den „Kampfdruiden“, als ich eigentlich „Kampfdroiden“ ins Geschehen werfen wollte. Die Vorstellung zauberkesselschwenkender Miraculixe inmitten der Roboterapokalypse fand ich aber nachträglich ganz putzig. Dennoch schön, dass es anderen auch so geht. So bekamen wir letzte Woche Post von einer Plattenfirma, adressiert an „Afghanischer Platz“. Wer arbeitet, macht Fehler. Wie dichtete schon der alte Wortjongleur Ernst Jandl: „manche meinen / lechts und rinks / könne man nicht / velwechsern. / werch ein illtum!“ In diesem Sinne: Rohes Schaffen!Jörg Wunder

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