EDITORIAL : Doppelt klingt besser

Es gibt Häufungen, die einfach nur ärgerlich sind. Zweitwagen und Drittjeeps auf Berliner Straßen zum Beispiel. Die vierte Fahrausweiskontrolle, der fünfte Werbeanruf auf dem Handy. Zum Glück haben sich in der Kultur sogenannte Dubletten nicht nur als unschädlich für die Nachfrage erwiesen, wie die Opernhäuser der Stadt mit steigenden Zuschauerzahlen unterstreichen. Dopplungen können das Erleben sogar lustvoller machen. Nehmen wir ein beliebiges Beispiel aus diesem Heftzeitraum: Sowohl das Rundfunk-Sinfonieorchester (7.11.) als auch das Konzerthausorchester (8./9./10.11.) spielen Mahlers herrliche Vierte. Beim RSB debütiert mit Mark Wigglesworth ein spannender britischer Dirigent, im Konzerthaus steht Chef Iván Fischer am Pult. Hier Rattle-geschärftes Musizieren, dort Mahler-wurzelnahe Exegese vor k.-u.-k.-Hintergrund. Und dazu die unterschiedlichen Beilagen: Wigglesworth wählt Barber und Ives, Fischer leitet eine Hommage an Bernstein mit dessen Tänzen aus „On the Town“ ein (siehe S. 12). Es lebe die Vielfalt!

Ulrich Amling

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