EDITORIAL : Ein Hauch von Cognac

Stephan-Andreas Casdorff

Jetzt, wo die Stars hier sind, also wo Berlin so eine Art Hollywoodnewyorklasvegas ist, ist es besser, nicht immer den Wagen zu nehmen. Erstens gibt’s am Potsdamer Platz nicht immer einen Parkplatz außerhalb der Tiefgarage, zweitens: Was macht man, wenn einen so ein richtiger Star zum Drink einlädt, etwas, das alle Nase lang passiert? Nein sagen? Oder: Sorry, ich muss noch Auto fahren? Und dann an der Limo nippen? Oh, peinlich. Na gut, Mick, Keith und die anderen können auch nicht mehr so wie früher. Aber deswegen bleiben Milchshake-Trinker trotzdem Weicheier, oder? Und wer will das schon sein.

Da muss man sich wohl was einfallen lassen. Auf dem roten Teppich einen Flachmann rausholen und den Apfelsaft als Whisky verkaufen, zum Beispiel. Oder einen schwarzen Anzug tragen und schwarze Augenringe dazu. Oder einen Hauch Cognac als Parfüm aufgelegt hat. Wie man sich das Starleben halt so vorstellt. Oder?

Oder man bleibt normal. Weil es doch so ist: Wenn man ihnen näher kommt, sieht man – sie sind auch nur Menschen. Stephan-Andreas Casdorff

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