EDITORIAL : Ein Jahr wie kein anderes

Die Stadt feiert in diesem Jahr eine Vielzahl von Jubiläen, das bedeutendste ist vielleicht das der Anlage des Grachtengürtels vor 400 Jahren, der Amsterdam sein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Dieser Gürtel aus Wasserstraßen hat Peter den Großen dazu inspiriert, St. Petersburg ebenfalls mit Grachten zu gestalten. Ihm wird gerade in der Hermitage Amsterdam eine große Ausstellung gewidmet. Das Concertgebouw und das Concertgebouworkest feiern ihr 125-jähriges Bestehen, der prächtige „Tempel der Aufklärung“ Felix Meritis an der Keizersgracht blickt gar auf 225 Jahre zurück. Zum Jubiläum wurde das Observatorium auf dem Dach für die Öffentlichkeit wiederhergestellt. Der Zoo Artis wird 175 Jahre alt, das Rijksmuseum und das Stedelijk Museum haben ihre Flächen erheblich erweitert und wieder geöffnet, das 40 Jahre alte Van Gogh Museum wird in Kürze wieder zu besuchen sein, alles Gründe, nach Amsterdam zu kommen. Königin Beatrix hat dem Jubiläumsjahr Amsterdams durch ihre Abdankung am 30. April noch einmal einen kräftigen PR-Schub mit weltweiter Aufmerksamkeit gegeben. Amsterdam feiert heute nicht nur zum letzten Mal den Königinnentag am 30. April, sondern auch die Inthronisierung von Willem-Alexander. Damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Auch die Stadt erfindet sich gerade neu. Mit einer großen Anstrengung wird der Bahnhof umgebaut und das Nordufer des Ij erschlossen, um Raum für das Amsterdam des 21. Jahrhunderts zu schaffen. Rolf Brockschmidt

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