EDITORIAL : Es gärt in Neukölln

Kaum etwas ist faszinierender als die alkoholische Gärung. Ein archaischer, ein wilder Vorgang, der aus Most ein unvergleichlich komplexes Genussmittel entstehen lässt: Wein. Über ihn zu reden, ihn mit allen Sinnen zu erforschen, wird man niemals müde – höchstens nach allzu starkem Konsum. Dass Wein kein Getränk ist, sondern Leidenschaft und Wissen, Boden und Rebe, Fortschritt und Tradition macht ihn zum eleganten Zungenlöser. Nach Jahrtausenden kultureller Praxis hat diese Einsicht jetzt im Heimathafen Neukölln festgemacht, wo jeden ersten Freitag im Monat die neue deutsche Weinszene zu Theater, Konferenz, Fest und Weinprobe zusammenfinden will. Entkorkt wird der „Neuköllner Weinsalong“ diesen Freitag (20 Uhr, 18 € inkl. Verkostung von vier Weinen) unter dem Titel „es gärt“. Was dem Berliner sein Kiez, ist dem Wein sein Terroir. Warum sind Menschen und Weine, die nur wenige Meter voneinander entfernt aufwachsen, so verschieden? Performances, Diskussionen und Verkostungen von Silvanern der Weininsel in Franken sollen Antworten liefern. Zum Wohl! Ulrich Amling

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