EDITORIAL : Es geht um die Wurst

Jörg W er

Die Frage nach der besten Currywurst Berlins scheidet die Gemüter. Meist wird eine der sattsam bekannten Großbratereien „Konnopke“ oder „Curry 36“ genannt. Doch bei allem Respekt vor der logistischen Leistung, mit der diese Massenabfertigungsbetriebe gleichbleibend hochwertige Verzehrware garantieren: Die beste Currywurst Berlins gab es bis letzte Woche in einem Imbissstand in der Zossener Straße. Im „Curry-Point“ wurde nicht nur die gebrühte Wurst von der zuständigen, natürlich mit Urberliner Mutterwitz ausgestatteten Fachkraft liebevoll frittiert und in zwei Arbeitsschritten in mundgerechte Happen geschnitten. Dazu gab es die leckerste Soße: eben nicht simpler Ketchup mit ordentlich Pulver druff, sondern eine nach Geheimrezept angemischte Tunke in den Varianten scharf und höllisch scharf. Als kürzlich der benachbarte Supermarkt in den Ärztepalast in der Bergmannstraße umzog, ahnte man bereits Übles. Zum 1. Juli ist der „Curry- Point“ über Nacht verschwunden. Sachdienliche Hinweise über den Verbleib bitte an ticket@tagesspiegel.de. Jörg Wunder

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!