EDITORIAL : Futtern wie bei Muttern

Wenn der Berliner erst einmal die Stadtgrenze hinter sich gelassen hat, dann lässt er sich schnell von der Mark und ihrem weiten Himmel gefangen nehmen. Ja, er bildet sich ein, in weitere Fernen aufgebrochen zu sein, als der Kilometerzähler bezeugt. Dass man sich doch in Brandenburg befindet, merkt man, wenn der Magen knurrt und man sich verzweifelt fragt, wo die guten Lebensmittel wohl sind, die auf märkischem Sand gedeihen. Allem Hauptstädter-Hochmut zum Trotz: Es gibt sie, die kulinarischen Oasen. Eine Offenbarung für eine Tagesrast ist das „Kleine Haus“ in Linum (Mi-Sa 11-18.30 Uhr). Frische, aromatische Vorspeisen und dazu ein gutes Glas Wein mit Storchenballett. Der Koch wirkte früher im Karolinenhof, beste Adresse für feinen Ziegenkäse (Flatow, Fr 11-19, Sa/So 9-19 Uhr). Das Brot dazu gibt’s bei Plentz in Schwante, vor der Tür bietet der „Hobby-Fleischer“ seine herzhafte reine Rindersalami ohne Zusatzstoffe an. Noch mehr glückliche Tiere kann man auf Gut Hesterberg streicheln und essen (Neuruppin-Lichtenberg, tgl. 11-18 Uhr). Leckere Heimat! Ulrich Amling

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