EDITORIAL : Gutes Bauchgefühl

Nikolaus ist der einzige Tag, an dem es gewinnbringend sein kann, anderen etwas in die Schuhe zu schieben. Für den Rest des Jahres gilt: Das bringt nichts. Schon gar nicht, wenn man Schuldige dafür sucht, warum man nicht kreativ werden konnte – und endlich den Film gedreht hat, der einem schon lange vorschwebt. Die Filmförderung, das öffentliche-rechtliche Fernsehgremientum, die Produzenten! Es geht auch ohne, wie ein kleiner, ganz großer Berliner Film beweist, der sich nach Festivalerfolgen auf der ganzen Welt schon seit einigen Wochen in den Kinos wohlfühlt. „Dicke Mädchen“ (Termine siehe Kinoteil) heißt er und handelt von zwei verspäteten dicken Jungs, die über der Pflege einer munteren alten Dame herausfinden müssen, dass sie mehr füreinander empfinden. Alex Ranisch hat für seinen Traumfilm die eigene Oma verpflichtet, in ihrer Wohnung gedreht und noch gut 500 Euro für Benzin und Catering ausgegeben. Mit seinem hinreißenden Darsteller Heiko Pinkowski hat er gleich die Produktionsfirma „Sehr gute Filme“ gegründet. Ein Hoch aufs Bauchgefühl! Ulrich Amling

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