EDITORIAL : Ich archiviere, also bin ich

Das digitale Zeitalter bringt neue Freizeitbeschäftigungen mit sich, und das ist nicht etwa Computerspielen oder so was, sondern, man höre und staune, Daten archivieren! Jeder, der einen Computer sein eigen nennt und irgendwie mit digitalen Medien hantiert, besitzt unglaublich viele Daten. Gespräche sind Daten, Verabredungen sind Daten, Musik sind Daten, Fotos sind Daten. Da läuft so einiges auf. Diejenigen, die sich clever anstellen, machen sich das Archivieren nicht zur Last, sondern zum Vergnügen. Ein in der Medienbranche hart und viel arbeitender Bekannter, den ich neulich fragte, was er in seiner Freizeit gerne macht, antwortete tatsächlich, er würde am liebsten seine MP3s archivieren. Das taten Musikfreaks natürlich immer: Platten ordnen, nach Farben oder Alphabet. Nur betrifft das jetzt jeden Lebensbereich. Und man muss Backups machen, und Backups vom Backup. Natürlich sollte man bei all dem Datengefummel nicht vergessen, die Musik auch zu hören, vielleicht auch live. Ist bequem. Ein guter Konzertabend wird im Kopf immer noch automatisch archiviert. Birgit Rieger

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