EDITORIAL : Inferno am Mittagstisch

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde unsere Kantine prima. Da gibt es zu fairen Preisen so spannende Sachen wie „Tschebureki“ (mit Hackfleisch gefüllte kaukasische Teigtaschen) oder Perlgraupenrisotto, die ich mir nie und nimmer zu Hause kochen würde. Meistens schmeckt es auch noch gut. Und meine Kolleginnen und Kollegen sind die sympathischsten und interessantesten Mitmenschen, die man sich nur wünschen kann. Aber wenn beides zusammen kommt, Kollegen und Kantine, entsteht mittags ein derartiges Inferno des Lärms, dass ich oft ganz gerädert aus der Pause komme. Bei der heutigen Personalsituation im Bereich der Printmedien hat man für den obligatorischen Büroplausch schlicht keine Zeit mehr, weshalb sich die Kommunikation auf die Mittagspause konzentriert. Nur die Raucher haben durch ihre medizinisch anerkannte Glimmstengelsucht ein wenig Bonus- Kommunikationszeit. Weswegen ich mich als Nie-geraucht-Habender gern ihren entschleunigenden Ausflügen auf die Dachterasse anschließe. Und viel ruhiger ist es da oben auch noch.Jörg Wunder

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