EDITORIAL : Joghurt im Kino

Noch vier Tage ist Berlinale, dann wird der rote Teppiche wieder eingerollt. Ich mag die Berlinale. Was mir neben Knut Elstermanns Night-Talk am besten gefällt, sind die Experimentalfilme. Nur der Abend in den oberen Rängen im HAU 1 war furchtbar. Mann, ist das eng dort. Und dann muss ich vor Filme machenden Theaterleuten wie Richard Foreman eindringlich warnen. Es war sehr langweilig, wie der 66 Minuten lang in die Gesichter seiner Theatertruppe hinein filmte. Eine Dame neben mir tröstete sich mit einem Joghurt, den sie aus ihrer Tasche holte. Ich hörte eine Weile das Geklimper ihres Löffelchens am Joghurtglas. Süß. Richtig böse waren die Geräusche im Film: immer wieder ließ Foreman es laut tuten. Das ist so unfair. Mit Geräuschen die Aufmerksamkeit des Zuschauers herbei zu foltern. Übrigens kein Einzelfall. In der Psycho-Collage „Yumen“, tapern Leute durch eine chinesische Ruinenstadt und der Regisseur verstärkte das Knirschen der Schritte auf zersplittertem Glas erbarmungslos mit einem Richtmikrofon. Himmel! Aber sonst war’s schön. Birgit Rieger

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