EDITORIAL : Jung und peinlich

G a Bartels

Auf Kreta gewesen, Ruinen bestaunt. Minoisch, mykenisch, dorisch, griechisch, römisch, byzantinisch, venezianisch, wieder griechisch und vor allem mächtig alt. Zerbröselte Zeugnisse von Hochkultur schon 3000 vor Christus. Mit Griechen zusammen gesessen. Über Berlin gesprochen. Bisschen mit der hippen Stadt angegeben. Genau wie Kreta voll mit Touris aus aller Welt. Wie alt Berlin sei? Auskunft gegeben: nach neuesten Grabungen 820 Jahre! Heftig ausgelacht worden. Das sei ja der reinste Witz verglichen mit der griechischen Kulturgeschichte. Des Hellenen Stimme triefend vor schlecht kaschierter Häme. Erst gezuckt und dann gefreut: Zwischen den antiken Ruinen von Palästen und Amphitheatern nagen auf Kreta jetzt Ziegen an stacheligen Disteln. Und im peinlich jungen, ewig pubertierenden und vor allem lebendigen Berlin sprießt die Kultur. Hochkultur, Partykultur, Körperkultur, Popkultur oder Programmkinokultur wie im wackeren Kino Eiszeit in Kreuzberg, Zeughofstr. 20, wo es tolle Filme für Kopf und Herz wie „Football under Cover“ zu sehen gibt. Gunda Bartels

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