EDITORIAL : Mach’s bitte kurz!

Alexandra Distler

Die Band hat zweieinhalb Stunden gespielt und danach noch vier Zugaben!“ – Oje, fällt mir dazu nur ein, denn das ist mir oft schlichtweg zu lang. Es geht auch kurz. Nein, besser noch, es langt auch kurz. Die Rede ist von Konzerten, die nicht länger als 30 Minuten sein dürfen und die somit eine gebündelte Energie und Kraft entwickeln, eine Kurzweiligkeit und Konzentration kreieren, und zwar bei beiden, der Band und dem Publikum. So genossen am letzten Wochenende in der Bar25 beim „Down by the River“-Festival. Auf zwei Bühnen spielten da jeweils zwölf Bands von nachmittags um zwei bis Mitternacht und hatten eben nur die besagte halbe Stunde Zeit. Auf der kleinen Bühne sogar nur 15 Minuten. Selten ist die Zeit so schnell verflogen, selten haben sich unterschiedliche Musikrichtungen mit ganz verschiedenen Protagonisten so geschmeidig die Klinke in die Hand gegeben. Und selten hab ich so gespannt und aufmerksam jedem einzelnen Act gelauscht. Darum, bevor es hier mit der ernst gemeinten Lobhudelei zu lang wird: Ein Hoch auf die Kürze!

Alexandra Distler

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