EDITORIAL : Memme oder Manowarrior

Jörg W er

Mit Popmusik verhält es sich ähnlich wie mit Fußball: Entweder man ist bedingungsloser Fan. Oder man mag einfach gute Musik, egal wer sie spielt. Beim Fußball kann ich mich nie hundertprozentig entscheiden, ob meine Sympathien nun Werder Bremen, Bayer Leverkusen oder einem anderen Schönspielkollektiv gelten. Solange es nicht ein gewisser Bonzenverein aus dem Süden ist. Und Musik? Zwar habe ich im Schulbus präpubertäre Wortgefechte geführt, um die Vorzüge von ABBA gegenüber Smokie und Bay City Rollers zu verteidigen. Doch wenige Jahre später traten beinahe zeitgleich neue, aufregende Acts wie Prince und Talking Heads sowie Klassiker wie Velvet Underground und Grateful Dead in mein Leben und infizierten mich mit einer sehr weit reichenden Liebe für Popmusik. Als Universalist ist man natürlich manchmal im Nachteil. Etwa, wenn einem zwischen 2000 begeisterten „Manowarriors“ das martialische Glückserlebnis eines Manowar-Konzerts verborgen bleibt. Selbst schuld: Zu Manowar gehen ist wie ein Stadionbesuch bei minus 15 Grad – echte Fansache.Jörg Wunder

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben