EDITORIAL : Oasen der O-Straße

Nadine Lange

Die Oranienstraße entwickelt sich immer mehr zu meiner persönlichen No- Go-Area. Sie scheint nur noch für Touristen zu existieren. Vor kurzem wurde ich von einer Teenie- Gruppe regelrecht umgerempelt. Irgendwie auch passend: Was will eine Berlinerin denn hier noch? Das hintere Ende der Straße ist mit seiner Aneinanderreihung von Asia-Abfütterungshallen schon seit Jahren eine schlechte Kopie des hinteren Teils der Oranienburger Straße, das grauenvolle Café Luzia imitiert Prenzlberg-Atmosphäre, und in der Mas y Mas Bar ist jetzt ein Grill. Immerhin gibt es ein paar Lichtblicke wie das sympathische Likörchenkollektiv Tante Horst. Und kurz vor dem Heinrichplatz ist weiterhin Verlass auf’s Roses. Mit seinen Plüschwänden, dem Kitsch, der House-Musik und den Super-Barleuten ist es eine echte Oase. Das gilt auch für das SO 36, das ums Überleben kämpft. 80 000 Euro werden für eine Schallschutzmauer gebraucht, gespendet wurden bislang erst 5321,60. Also auf zu den Soli-Konzerten am 23. und 24.7. ab 19 Uhr! Denn ohne SO verliert die O-Straße ihr Gesicht. Nadine Lange

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