EDITORIAL : Ressourcen schonen

Neulich war ich mal wieder kurz davor, das Abo für die Musikzeitschrift meiner Wahl zu kündigen. Nicht nur, dass es als Dreingabe zum neuen Heft die Promo-Single (so richtig aus dickem Vinyl) eines Automobilherstellers gibt, auf der sich ein 29 Sekunden langer Werbejingle befindet. Nein, die beigefügte Abspielapparatur funktioniert nicht mal. Oder ich bin zu blöd, sie zu bedienen. Beim Gedanken an die Ressourcenverschwendung platzte mir fast die Hutschnur: Beinahe 15 000 Abonnenten werden mit dem 100 Gramm schweren Scheibchen beglückt, das sind locker anderthalb Tonnen Vinyl – immerhin ein Erdölprodukt – für den Müll. Natürlich weiß ich um die finanziellen Nöte fast aller Printmedien, die dazu führen, dass jedem Werbekunden reflexhaft der rote Teppich ausgerollt wird. Und natürlich ist auch mein Arbeitgeber auf jeden Anzeigenmillimeter existenziell angewiesen, wie dieser Ticket-Ausgabe unschwer anzusehen ist. Dennoch würde ich mir wünschen, dass man nicht jeden Unsinn mitträgt. Aber was soll’s: Mein Abo habe ich dann doch nicht gekündigt.Jörg Wunder

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