EDITORIAL : Tag der Freiheit

Ein Freund hat mir kürzlich ein lustiges Foto gezeigt. Darauf sieht man das Brandenburger Tor, umringt von Coca- Cola-Werbebannern. Eine Frau späht durch die mit Coca-Cola- Schriftzügen behängten Absperrgitter hindurch, um einen Blick auf das Brandenburger Tor zu erhaschen. Die Mauer, die früher alles dominierte, gibt es nicht mehr. Wohl aber internationale Konzerne, die im großen Stil klebrige Limo verkaufen und sich das Symbol „Brandenburger Tor“ unter den Nagel reißen. Beim diesjährigen Fest zum Tag der Deutschen Einheit ist Coca-Cola auch wieder am Start. Am 3. Oktober verspricht uns der Konzern das „weltgrößte Live-Karaoke mit Joe Hatchiban direkt vor dem Brandenburger Tor“. Super! Danke, du alte Cola-Firma, wie schön, dass du uns nicht nur Getränke verkaufst sondern auch noch unsere Feiertage gestaltest. Mein Freund – der mit dem Foto – findet, wir sollten den 3. Oktober nicht Coca-Cola oder den Politikern überlassen und ihn stattdessen als „Tag der Freiheit“ feiern, an dem wir uns daran erinnern, dass wir Dinge ändern können. Gute Idee. Birgit Rieger

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