EDITORIAL : Von nichts klingt nichts

Wir stehen alle auf den Schultern Anderer, um so hoffentlich weiter schauen und mehr Zusammenhänge erkennen zu können. Doch als Dank werden dabei nicht selten die mit Füßen getreten, die dafür sorgen, dass Wissen weitergegeben wird. Jetzt sind Berlins Musikschullehrer an der Reihe, eine ohnehin eher von Euphorie und Genügsamkeit denn von Honoraren lebende Spezies, die sich müht das anzubieten, was an Schulen immer mehr hinten runter fällt: eine Einführung in die klingende Welt. Jedes Kind sollte sich einmal durchs Instrumentenkarussell drehen dürfen, begleitet, begeistert. Statt dessen droht den viel zu schwach ausgestatteten Musikschulen ein neuer Aderlass, wenn der Senat die Honorarordnung für Musikschullehrer weiter verschlechtert. Intendanten und Musiker mahnen – jeder nutzt sein Gewicht, wie er kann: Thomas Quasthoff etwa stellt nach dem Ende seiner Gesangskarriere im „Nachtgespräch“ künftig auch Nachwuchsmusiker vor (wieder am Mi 22.2., 21.30 Uhr, Konzerthaus, mit Katharina Thalbach). Die kommen uns nicht aus dem Nichts zu Ohren. Ulrich Amling

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