EDITORIAL : Zwischen Stationen

Kein Wort zum ver§$%@ten Wintereinbruch! Stattdessen möchte ich vom Busfahren erzählen. Dass ich das als eine der schönsten Fortbewegungsarten empfinde, liegt vermutlich an frühkindlicher Prägung. Mein Vater war Linienbusfahrer, und im Vorschulalter war es für mich das Größte, am Samstagnachmittag als einziger Fahrgast durch das idyllische Weserbergland geschaukelt zu werden. Meine Wahlheimat Berlin ist eigentlich eine prima Stadt zum Busfahren. Weniges ist entspannender, als im Oberdeck am Fenster zu sitzen und huldvoll auf das Treiben in den Straßen hinabzublicken. Voraussetzung für eine genussvolle Busfahrt in Berlin ist allerdings, dass man diese nicht mit der Absicht unternimmt, innerhalb eines bestimmten Zeitfensters von A nach B zu gelangen. Dann nämlich kann es passieren, dass man mit vor Wut geballter Faust an der Haltestelle steht, weil der ver§$%@te 41er vier Mal hintereinander nur bis zum Hermannplatz fährt. Also, nehmen Sie auf dem Weg zum Kino, Konzert, Museum ruhig den Bus – aber planen Sie lieber etwas mehr Zeit ein. Schont die Nerven.Jörg Wunder

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