Zeitung Heute : Ehec: Bauern werden entschädigt Rund 150 Millionen Euro von Europäischer Union

Luxemburg/Berlin - Die durch die Ehec-Epidemie von Einkommensverlusten betroffenen Bauern in der EU sollen mit insgesamt mindestens 150 Millionen Euro entschädigt werden. Er werde zügig einen Vorschlag machen, der über die zunächst geplanten 150 Millionen Euro hinausgehe, sagte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos am Dienstag nach Beratungen mit den EU-Agrarministern in Luxemburg über die Folgen der Ehec-Krise. Die Sonderhilfe wird laut Ciolos zu hundert Prozent aus EU-Töpfen finanziert.

Zahlreiche europäische Gemüsebauern mussten wegen der Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat schwere Einkommenseinbußen hinnehmen. Deutsche Gemüsebauern hatten die von den Agrarministern zunächst vorgeschlagene Summe von 150 Millionen Euro daher für zu gering gehalten. „Das ist weniger als das, was Spanien alleine für sich reklamiert“, kritisierte Karl Schmitz, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse.

Spanien beziffert die Verluste seiner Landwirte auf 225 Millionen Euro pro Woche und fordert eine hundertprozentige Entschädigung. Deutsche Behörden hatten in spanischen Gurkenlieferungen zeitweise den Ausgangspunkt des lebensgefährlichen Darmkeims vermutet. Nach Negativbefunden bei spanischen Gurken und Sprossen aus Deutschland wird weiter nach dem Verursacher gesucht.

Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, Andreas Hensel, sagte dem Tagesspiegel zur Kritik einiger europäischer Staaten an der Informationspolitik der Deutschen: „Ich kann nicht erkennen, dass etwas schiefgelaufen ist. Mehr als 50 Prozent der Verbraucher haben ihr Verzehrverhalten geändert, und genau das wollten wir erreichen.“

Die Zahl der Ehec-Toten in Deutschland wurde am Dienstag auf 21 korrigiert. Ein ursprünglich aus Bayern gemeldeter Todesfall wurde nicht mehr mit Ehec in Verbindung gebracht.ale/ce/AFP

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