Zeitung Heute : EHEC-Erreger auf Gurken aus Spanien entdeckt

Hamburg/Berlin - Salatgurken aus Spanien sind nach Untersuchungen des Hamburger Hygiene-Instituts mit dem gefährlichen EHEC-Erreger belastet. Bei drei Gurken, alle aus biologischem Anbau, sei der Erreger eindeutig festgestellt worden, teilte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Donnerstag mit. Eine weitere Salatgurke mit EHEC-Keimen könne noch nicht sicher zugeordnet werden. Deshalb rät die Senatorin derzeit vom Verzehr von Salatgurken ab.

In Berlin sind in diesem Jahr bisher 15 EHEC-Fälle registriert worden. Darunter war ein männliches Kleinkind, das sich nach einem Nierenversagen gesundheitlich wieder erholt habe, sagte der Berliner Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff am Donnerstag im Parlament im Abgeordnetenhaus. Zwischen 2000 und 2010 habe es pro Jahr zehn bis 56 Fälle in Berlin gegeben. Seit dem Auftreten der aggressiv verlaufenden Fälle in Norddeutschland seien in der Hauptstadt drei Verdachtsfälle bekannt geworden. Bisher liege aber „noch kein Erregernachweis“ vor, sagte Hoff. In Berlin hält die Gesundheitsverwaltung besondere Schutzmaßnahmen nicht für notwendig.

Derweil breitet sich der Darmkeim EHEC von Deutschland nach Großbritannien, Schweden und den Niederlanden aus. Auch in diesen Ländern habe es erste Fälle gegeben, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Die Erkrankten seien jüngst in Deutschland gewesen, sagte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Zahlen nannte er nicht. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass es auch in Dänemark eine erste Erkrankung gegeben hat. sib/dpa

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