Zeitung Heute : Eier-Kartoffel-Strudel

…und der Meerrettich dazu

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Von Kurt Jäger Wenn Sie nicht wissen, wohin mit all den harten Ostereiern: Das ist eine wunderbare Form der Resteverwertung. Und einfach ein schönes Frühlingsessen. Dazu braucht man einen fertigen Strudel- oder Blätterteig, außerdem für vier Personen: zehn Eier, ein rohes und neun gekochte – möglichst nicht ganz hart, ich mag’s lieber, wenn in der Mitte noch ein wachsweicher Kern ist – acht Scheiben gekochten Schinken, ein Bund Petersilie und acht Pellkartoffeln.

So, dann kann’s losgehen. Den Strudelteig muss ich nur auslegen, den Blätterteig rollen, so ungefähr drei Millimeter dick, auf jeden Fall beide einen halben Meter breit – so, dass er aufs Backblech passt. Der Blätterteig wird später nur einmal umgeklappt, der Strudelteig richtig aufgerollt, das heißt er muss den ganzen Tisch bedecken; aber die Füllung kommt auch hier nur vorne an den Rand. Erstmal lege ich den Schinken auf dem Teig aus, so dass die Scheiben ein bisschen überlappen. Die gepellten Kartoffeln werden jetzt zusammen mit einem gekochten Ei zerdrückt, dazu kommt das zehnte rohe, aufgeschlagene Ei dazu, das brauchen wir zur Bindung. Das Ganze wird schön vermischt, gesalzen und gepfeffert, dann gebe ich noch einen Bund gehackte Petersilie in den Kartoffelbrei. Wer will, kann auch noch ein paar geröstete Brotwürfel dazutun, das gibt dem Ganzen einen kleinen Pfiff. Oder etwas geriebenen Parmesan – da sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Die Kartoffelmasse streiche ich auf den Schinken und darauf werden die anderen neun Eier, jeweils halbiert, gesetzt.

Beim Strudelteig buttere ich den Rest des Teigs und rolle das Ganze auf, wie einen Apfelstrudel, bis der ganze Teig aufgewickelt ist. Beim Blätterteig, weil der dicker ist, wickel ich die Füllung nur einmal auf. Wichtig ist aber in beiden Fällen, dass der Strudel mit der Stelle, an der die Teigenden zusammenkommen, unten ist, also auf dem Blech aufliegt.

So, jetzt wird der Strudel noch mit ein bisschen Butter eingepinselt und dann ab in den Ofen: 15 Minuten bei 200 Grad. Dazu passt ein grüner Salat, schön cremig mit Joghurt angemacht. Und eine kalte Joghurtkräutersauce zum Strudel ist auch schnell angerührt. Dazu mische ich 100 Gramm Joghurt mit einem Löffelchen Sauerrahm oder Crème fraîche, ein Schuss Orangensaft dazu, etwas abgeriebene Zitronen- oder Orangenschale, Salz, Pfeffer und Basilikum. Oder kleingeschnittenen Rucola. Nicht beides, sonst weiß man gar nicht mehr, was man isst. In Österreich essen wir ja auch gern Kren: also anstelle der Kräuter etwas Meerrettich, frisch oder aus dem Glas, in die Joghurtsauce rühren.

Kurt Jäger ist Chefkoch im Hotel Haferland auf dem Darß

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