• Eigenheim: Alles flüssig machen: Wer ein Eigenheim kaufen will, braucht reichlich Eigenkapital - doch dazu zählt nicht nur Bares

Zeitung Heute : Eigenheim: Alles flüssig machen: Wer ein Eigenheim kaufen will, braucht reichlich Eigenkapital - doch dazu zählt nicht nur Bares

Werner Siepe

Viele Menschen träumen von eigenen vier Wänden. Doch nicht einmal jeder zweite Bundesbürger kann sich diesen Traum erfüllen. Meistens scheitert es bereits am Eigenkapital. Doch was zählt alles zum Eigenkapital, und wie kann man Abhilfe schaffen, wenn es an Barem fehlt?

Eigenkapital, das sind zunächst einmal die vorhandenen Geldmittel auf Bankkonten. Hinzu kommen alle Anlagen, die sich kurzfristig in Geld umwandeln lassen. Dazu gehört auch das eigene Baugrundstück, das der künftige Häuslebauer vielleicht geerbt hat.

In den meisten Fällen reicht das reine Eigenkapital nicht aus, um die von Banken geforderten Mindestssumme in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten zu decken. Beispiel: Kostet das Haus mit Grundstück sowie Gebühren und Nebenkosten 400 000 Mark, müssen mindestens 80 000 Mark aus eigenen Mitteln stammen. Fehlendes Eigenkapital kann der Immobilien-Käufer auch ansparen. Zum Beispiel kann er einen Bausparvertrag abschließen, regelmäßigen Bundesschatzbriefe erwerben oder einen Sparplan mit Aktienfonds.

Langes Sparen vor dem Immobilien-Kauf ist nicht immer der richtige Weg. Wer heute schon bauen oder einen Neubau kaufen will, sollte sich nach zinslosen Fördermitteln des Landes umsehen. Meist begnügen sich die Förderstellen mit einer Eigenkapitalquote von nur 15 Prozent. Bei der Förderungen bevorzugen Kommunen Familien mit relativ niedrigen Einkommen. Wem Eigenkapital fehlt, kann es auch ersetzen. Zum Beispiel durch Darlehen von Verwandten oder Bekannten oder durch ein Darlehen in Höhe des Rückkaufswertes einer bereits laufenden Kapital-Lebensversicherung. Wer beim Bau seines Hauses selbst anpackt, kann außerdem den Wert seiner Selbsthilfeleistungen in die Gesamtfinanzierung einbringen. Solche "Muskelhypotheken" sollten aber realistisch eingeschätzt werden.

Die Liste der so genannten Eigenkapitalersatzmitteln ist damit nicht zu Ende. Viele Banken erkennen auch die verteilt über acht Jahre vom Bund gezahlten Eigenheimzulagen als Eigenkapitalersatz an. Sie zinsen die staatlichen Zulagen ab und vergeben ein spezielles Eigenheimzulagedarlehen in entsprechender Höhe. Dieses Zulagedarlehen wird dann mit Zinsen aus den jährlichen Eigenheimzulagen zurückgezahlt.

Als Mittel zur Bildung von Eigenkapital kann auch das ab 2002 staatlich geförderte Altersvorsorgesparen dienen. Der spätere Eigenheimer darf das Guthaben einschließlich Zinsen und Altersvorsorgezulagen für Bau oder Erwerb der eigenen vier Wände entnehmen. Er muss das Geld aber bis zum 65 Lebensjahr in regelmäßigen Raten wieder in seinen laufenden Altersvorsorgevertrag einzahlen. Es handelt sich also praktisch um ein Selbstdarlehen.

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