Zeitung Heute : Ein besonderer Dorfbesuch

Wir treffen uns im Coffeeshop des Paralympischen Dorfes. Das Angebot des sehbehinderten Langläufers Frank Höfle, uns eine Akkreditierung zu besorgen, hatten wir mit Freuden angenommen. Überall wehen Flaggen im Wind – Japan, Schweden, Slowakei, Australien. Dieser Patriotismus ist nicht unangenehm, im Gegenteil, jeder fühlt sich in der kulturellen Vielfalt wohl.

Zuerst geht es ins Essenzelt: Pizza, Pasta, Sandwiches, Obst, Steaks, sogar McDonalds. „Da essen aber kaum Athleten“, sagt Höfle – kurz darauf erwischen wir Thomas Friedrich, den Begleitläufer von Verena Bentele, mit einem Tablett der Fast-Food Kette. „Manchmal muss man halt auch sowas essen“, rechtfertigt er sich.

Bei Livemusik und bester Stimmung treffen im „Living Room“ die Nationen aufeinander. „Allerdings unterhalten wir uns mehr innerhalb der Teams“, sagt Höfle. Die Sängerin fragt, ob schon jemand der Anwesenden eine Medaille gewonnen habe. Der Italiener Enzo Masiello zeigt stolz seine Bronzemedaille und sagt voller Begeisterung: „Das Dorf ist super, alles ist toll.“

Sogar in das Haus der nordischen Athleten dürfen wir reinschauen. Dort hat der Masseur des Teams alle Hände voll zu tun. Verena Bentele fragt gerade nach ihrem Termin. „Man fühlt sich hier wie in einer großen WG“, sagt Höfle lachend. Und gibt damit unser Gefühl ziemlich treffend wieder. Anne Balzer. Elisa Kremerskothen, 18 Jahre

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