Zeitung Heute : Ein blaues Kissen und viel Jambalaya

Mit ihrer Teilnahme an der Langen Nacht wollen die Blue Band Hotels mehr Besucher werben

Bernd Hettlage

Bluebino heißt das Maskottchen der „Blue Band Hotels“. „Eigentlich ein blaues Kissen mit Armen und Beinen dran und einem lustigen Gesicht“, beschreibt es Eleni Willems, die Marketing-Leiterin der Berliner Hotelgruppe. Auf der Langen Nacht des Shoppings läuft Bluebino herum und verteilt kostenlose Tickets für den „Blue Night Bus“. Wer sich die Verkaufsmeile aus dem Doppeldeckerbus anschauen möchte, sollte Ausschau nach einem lebensgroßen, blauen Kissen halten, das sich durch die Menge bewegt.

Der Bus wie das Karten verteilende Maskottchen gehören zu den Aktivitäten der „Blue Band Hotels“ zur Einkaufsnacht. Die kleine Kette umfasst sechs Häuser, fünf davon in Berlin und eins in Frankfurt / Oder. Mit insgesamt 1470 Zimmern seien sie die größte private Hotelgruppe Berlins, sagt Willems. Vier der fünf Berliner Betriebe liegen in Seitenstraßen rechts und links des Kurfürstendamms, also in unmittelbarer Nähe zur Shoppingmeile. Nur das Flaggschiff des Konzerns, das Hotel Berlin, befindet sich etwas weiter entfernt am Lützowplatz. Die Gruppe beteiligen sich bereits zum dritten Mal an der Einkaufsnacht.

Südstaaten-Küche

Während der gesamten drei Veranstaltungstage unterhalten die Blue Band Hotels einen Stand am Europa-Center. Dort bietet die Küche des „Toros Grill“ aus dem konzerneigenen Hotel Excelsior Südstaaten-Küche mit kreolischem Einschlag: Es gibt „Jambalaya“. Das ist eine Pfanne mit Hühnchen, Reis und exotischen Gewürzen. Dazu wird alkoholhaltiger Punsch gereicht. Außerdem gibt es ein Gewinnspiel. Erster Preis: Ein Wochenende im Excelsior-Hotel plus einem Restaurant-Gutschein über 20 Euro. Gewinnen kann man noch weitere Restaurant-Gutscheine, Theaterkarten sowie Fahrten mit dem Velo-Taxi. Und nicht zu vergessen Bluebino mit seinen Tickets für den „Blue Night Bus“: Der Doppeldecker fährt am Samstag zwischen 20 und 24 Uhr die gesamt Veranstaltungsstrecke ab. Im Inneren spielt live eine Dixielandband. Der Bus hält „auf Zuruf“. Karten gibt es auch direkt am Stand.

„Bluebino“, „Blue Night Bus“, „Blue Band Hotels“ – die Farbe blau dominiert eindeutig bei der Berliner Hotelkette und findet sich auch im Logo wieder. Das ist – ein blaues Band. Vom „Blauen Band des Ozeans“ nahm sich die Gruppe nämlich ihren Namen. Diese Auszeichnung wurde zwischen 1838 und 1952 an den jeweils schnellsten Passagierdampfer über den Nordatlantik vergeben. Zuletzt gewann es die „United States“ auf ihrer Jungfernfahrt. Bei drei Tagen und zwölf Stunden liegt seitdem der Rekord. Doch weil zu jener Zeit bereits immer mehr Flugzeuge den Atlantik überquerten und der Passagierverkehr per Schiff unbedeutend wurde, gab man die Auszeichnung damals auf.

27 Jahre später, 1979, wurde mit dem Excelsior das erste Haus der Berliner „Blue Band Hotels“ gebaut. Den Namen gab sich die Gruppe aber erst 1990. Die Philosophie dahinter erklärt Eleni Willems so: „Die Schiffe boten damals besonderen Komfort und Schnelligkeit, das trifft auch auf die Hotels zu.“ Heute gehören neben den beiden Vier-Sterne-Hotels Excelsior und Berlin noch die dreisternigen Hotels Plaza, Berlin Mark und Mark Apart zur Gruppe. Die Besonderheit der Häuser sei, das sie alle zentral in der City West lägen, so Willems. Und: „Wir kommen aus Berlin und kennen uns in dieser Stadt besonders gut aus.“ Wenn es beispielsweise um Theaterkarten oder Ähnliches gehe, die vergriffen seien, „kann unser Concierge immer noch was machen.“

Zur langen Nacht bieten alle fünf Hotels auch ein Paket mit Sonderraten für die Übernachtung sowie einer Stadtrundfahrt zum halben Preis an. Die genauen Tarife kann Willems nach eigenen Angaben aber nicht nennen. Sie hingen von den Tagespreisen ab, die sich wiederum nach der Belegung richten würden. Im Moment sei die mit 60 Prozent „gut“. Dennoch spürten auch sie den „Rückgang im touristischen Bereich“.

Der beträgt – bezogen auf die Besucherzahlen – laut der landeseigenen Berlin Tourismus Marketing GmbH im ersten Halbjahr 2002 immerhin 3,8 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres. 2,3 Millionen Gäste kamen in diesem Zeitraum nach Berlin. Deren durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Berliner Hotels und Pensionen lag bei 2,3 Tagen. Noch deutlicher fällt das Minus aus, wenn man sich nur den Juni 2002 anschaut: 446 380 Gäste mit 1,05 Millionen Übernachtungen verzeichnete die Spreemetropole in diesem Monat. Verglichen mit dem Juni des Vorjahres bedeutet das einen Rückgang von 8,7 Prozent bei den Besucherzahlen und 6,1 Prozent bei den Übernachtungen. Der Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf hat übrigens nach wie vor die mit Abstand meisten Beherbungsbetriebe in Berlin. 186 waren es laut den aktuellsten Zahlen des statistischen Landesamts Berlin im Juli 2001. Weitab folgt der Bezirk Mitte mit 83 Hotels und Pensionen.

Ein Signal setzen

Dem Rückgang der Besucherzahl müssen die Berliner Hotels Ideen und Aktivitäten entgegensetzen. Die Teilnahme an der Langen Nacht des Shoppings bedeutet da für die „Blue Band Hotels“ auch Werbung in eigener Sache. Man hofft so, einen Teil der auswärtigen Besucher in die Häuser der Gesellschaft zu locken oder sie bei ihnen wenigstens bekannt zu machen. Doch Hauptziel ihres Engagements bei der Veranstaltung sei, so besagt es jedenfalls die Pressemitteilung der Gruppe zur langen Nacht, „ein Signal gegen die starren und touristen-unfreundlichen Ladenschlusszeiten zu setzen.“ Die ließen Berlin als Einkaufstadt für ausländische Besucher wenig attraktiv erscheinen und passten einfach nicht mehr in die heutige Zeit. „Hotels“, meint Eleni Willems, „haben schließlich auch rund um die Uhr geöffnet.“

Infos zu den Aktionen der Blue Band Hotels gibt es unter Telefon: 31 55 10 70.

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