Zeitung Heute : Ein Blick ins 19. Jahrhundert

Der Tagesspiegel

Cottbus. Jahrelang war sie verschwunden oder der Wissenschaft unzugänglich: die Privatkorrespondenz des Gartenkünstlers, Weltenbummlers und Schriftstellers Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785 bis 1871). Seit 1998 nun ist sie in Form von 80 000 kopierten Seiten in Cottbus. Die Stiftung Fürst Pückler Museum Park und Schloss Branitz erschließt sie wissenschaftlich. „Die Briefe sind ein Spiegel der politischen, kulturellen und geistigen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts“, sagt Stiftungsdirektor Berthold Ettrich. Pückler, den Ett– rich mit dem Liebeshelden Casanova vergleicht, pflegte allein mit rund 80 Damen Briefkontakte. Romantische, oft schwülstige Texte in Sütterlinschrift verfasst. Und der Fürst war ordentlich: „Er hat seine eigenen Briefe oder Kopien aufgehoben und die Antwort des Adressaten dazugeordnet“, sagt Ettrich. Die Originalbriefe liegen heute in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau (Krakow), wo sie nach dem Krieg landeten. Mitte der 90er Jahre kopierten die Polen das Kulturgut gegen ein Entgelt auf Film für die deutsche Seite. Sollten im Rahmen der Verhandlungen über die Beutekunst die Briefe zurückkehren, fielen sie wohl der Berliner Staatsbibliothek zu.dpa

Mehr im Internet unter www.pueckler-museum.de

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