Zeitung Heute : Ein guter Assistent sollte niemals den Wagen holen

Der Tagesspiegel

Sie sind einer der Erfinder der Figur Mario Kopper. Was für ein Typ sollte er sein?

In der Entwicklungsphase, vor sechs Jahren, war Kopper grobschlächtig, nach dem Vorbild von „Die Schöne und das Biest". Er sollte der Komplementär zu Lena Odenthal sein: Sie ist androgyn, tough und emotional, Kopper ist erdnah, bodenständig und witzig. Besonders an ihm ist die Liebe zu seiner italienischen Mutter. In seiner Arbeit zeichnet ihn aus, dass er, trotz seiner saloppen Art, sehr professionell ist und doch chronisch unterschätzt wird.

Wie hat er sich mit der Zeit verändert?

Kopper ist heute eher der zweite Kommissar, der sich aus der männlichen Quotenrolle heraus emanzipiert hat. Er setzt seine emotionale Wärme und Menschenkenntnis ein. Während der Halbitaliener früher eher verwahrlost war, lebt er heute mehr den italienischen Lebensstil aus.

Inwieweit orientiert sich die Figur Kopper an dem Schauspieler Andreas Hoppe?

Erst nachdem wir uns für Hoppe entschieden hatten, haben wir den italienischen Einschlag eingebaut. Eine südländische Herkunft konnte ich mir bei ihm gut vorstellen. Außerdem ist Hoppe ein Schauspieler, der es leicht schafft, diese besondere Komik, die Kopper ausmacht, zu erzeugen.

Was kennzeichnet den guten Assistenten?

Er sollte auf keinen Fall das sein, was man mit einem Assistenten verbindet. Sich um die Kaffeekasse zu kümmern oder den Wagen zu holen, also das klassische Harry-Syndrom. Manche Schauspieler erholen sich nicht mehr von den Schlägen, die sie als Assistent erleiden mussten.

Wird Kopper eines Tages befördert?

Ich habe mich entschlossen, den Odenthal- „Tatort“ aufzugeben und mich auf den neuen SWR-„ Tatort“ zu konzentrieren. Ich überlege mir, aus purer Sentimentalität, Kopper wegen besonders engagierter Polizeiarbeit zum Hauptkommissar zu befördern. Trotzdem wird er zweiter Ermittler bleiben und niemals Lenas Nachfolger.

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