Zeitung Heute : Ein Land für zwei Völker: Warum Israelis und Palästinenser sich seit Jahren streiten

Kerstin Kohlenberg

Stellt euch mal euer Zimmer vor. Das gehört euch ganz allein, und ihr könnt darin machen, was ihr wollt. Ihr könnt Handstand machen, eure Fußnägel mit Mamas Nagellack anpinseln und die Musik hören, die ihr wollt, auch wenn sie euren Eltern nicht gefällt. So ein eigenes Zimmer ist eine ziemlich klasse Sache. Das ist ein bisschen wie ein eigenes Reich - oder ein eigenes Land.

Genau das haben sich die Juden auch immer gewünscht. Ein eigenes Land, aus dem sie keiner rausschmeißen kann. Die hatten nämlich lange kein eigenes Land, und niemand wollte sie haben. Mit der Zeit sind deshalb viele Juden nach Palästina gegangen. Das war ein Gebiet zwischen Jordanien und Ägypten, da, wo die Kamele herkommen. Aber die Juden mochten Palästina nicht wegen der Kamele, sondern weil dort das passiert ist, wovon ihr heiligstes Buch erzählt, die Thora. Deshalb war den Juden das Land heilig. Sie nannten es Israel.

Aber gehört hat es ihnen nicht. Im heiligen Land lebte seit Jahrhunderten ein anderes Volk, die Palästinenser. Viele Palästinenser mussten aus ihren Häusern ausziehen und statt dessen in Zeltlagern leben. Es war so, als ob in ein Kinderzimmer plötzlich ein zweites Kind einzieht. Nein, schlimmer. Erst gab es Streit, dann Krieg. Auf beiden Seiten sind viele Menschen gestorben, sogar Kinder. Und die anderen Völker der Welt überlegen, wie man die Israelis und die Palästinenser wieder miteinander versöhnen könnte. Irgendwie kann man beide verstehen, oder? Am besten teilt man das Zimmer und gibt jedem, Israelis und Palästinensern, ein Teil davon. Darüber, wie das gehen könnte, streiten sie jetzt schon über 50 Jahre lang.

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