Zeitung Heute : Ein Laser für jeden Geschmack

Der Tagesspiegel

Der Star heißt „Elias“: Das hoch auflösende Spektrometer einer Adlershofer Firma kann die zur Belichtung von Halbleiterscheiben benötigten Laserstrahlen auf eine Wellenlänge von 157 Nanometern trimmen. Damit steht dieses Gerät konkurrenzlos da. Je kleiner die Wellenlänge der Excimerlaser ist, desto feinere und dichtere Strukturen können sie auf eine Siliziumscheibe brennen. „Vor zwei Jahren war Elias nur ein Prototyp, jetzt kommt schon die dritte Generation“, sagt Eberhard Stens von der Technologiestiftung Berlin. „Adlershof entwickelt sich zu einem Schwerpunkt der optischen Technologien in Deutschland.“

Für zwei Tage trifft sich die Creme der Laserforscher, Optikexperten und Labortechniker im Adlershofer Wissenschaftspark. In ihrer fünften Auflage meldet die Fachmesse Laser-Optik-Berlin wieder einen deutlichen Zuwachs: Rund 160 Aussteller zeigen ihre Produkte im Verwaltungsgebäude der Wista Management GmbH und im Foyer des Umwelttechnikzentrums (UTZ).

Neue Trends beim Licht

Die diesjährige Messe und ein gleichzeitig stattfindender Fachkongress drehen sich um Materialbearbeitung und Analyse mit Lasern. Zu dem Kongress haben sich 2500 Forscher und Industrielle angemeldet. Dort stehen auch neue Trends beim Einsatz von Lasern in der Medizin zur Diskussion.

Die bislang größten Messen der Branche laufen in Frankfurt am Main und München, aber die Berliner Messe hat seit ihrer Erstauflage im Jahr 1996 überraschend aufgeholt. Langsam entwickelt sich die Forschung übers und am Licht zu einem der wichtigsten Standbeine der Berliner Wirtschaft. In der Region sind rund 2500 Menschen in mehr als 230 Unternehmen der optischen Technologien tätig. Ihr Umsatz erreichte im vergangenen Jahr rund 242 Millionen Euro, fast ein Drittel mehr als im Jahr 2000.

70 Prozent des Umsatzes erwirtschaften die vornehmlich kleinen und mittelständischen Unternehmen im Ausland. Der innovative Kern dieser jungen Branche liegt in Adlershof: Hier sind allein fünf Forschungsinstitute und 50 Unternehmen mit neuen Lasern und optischen Geräten befasst. Mit dem Wirtschaftsboom blühte auch die Messe:

Zahl der Aussteller vervierfacht

Die Zahl der Aussteller auf der alle zwei Jahre laufenden Laser-Optik-Berlin hat sich innerhalb von fünf Jahren vervierfacht. Allein aus dem Berliner Raum kommen 67 Firmen. Sie zeigen vor allem Spektrometer und miniaturisierte Kurzpulslaser. 61 ausländische Unternehmen nutzen die Messe, um sich nach deutschen Kunden umzusehen. Erstmals findet eine internationale Kooperationsbörse statt.

Das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie öffnet am heutigen Donnerstag seine Pforten für interessierte Experten und Laien. Das Institut lockt mit einem „Vorstoß in die Welt der Femtosekunden- und der Terawattlaser“. Gemeint sind superstarke Laser, die ihre Lichtimpulse in Bruchteilen von Millionstel Sekunden freisetzen.Heiko Schwarzburger

Mehr im Internet unter: www.laser-optik-berlin.de

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